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European Society

Into the Unknown

Deimantas Narkevičius, Sarah Pierce, Mariana Silva und

Dmitry Gutov, João Dias, António Cunha Telles

 

2. März – 11. April, 2010 

Ausstellungseröffnung, Ludlow 38, Dienstag 2. März, 18–20.30h Uhr

 

Öffnungszeiten: Freitag–Sonntag, 13–18 Uhr und nach Vereinbarung

 

Künstlergespräch mit Sarah Pierce Goethe-Institut Wyoming Building (5 East 3rd Street, Ecke Bowery), 1 März, 19 Uhr

 

Deimnatas Narkevičius, "Into the Unknown", 2009*

 

Die Ausstellung Into the Unknown vereint Werke von Künstlern und Filmemachern, die Archive und historisches Filmmaterial produktiv nutzen, um sie einer Neubetrachtung und Rekontextualisierung zu unterziehen. Die Arbeiten konzentrieren sich hierbei auf die Frage, wie sich diese bereits eingelagerten Bilderwelten heute lesen und interpretieren lassen. In den Händen der Künstler transformiert sich das Archiv in eine Reise in unbekanntes Terrain. Gleichzeitig wird das Archivmaterial aus heutiger Sicht und mit zeitgenössischem Interesse neu konfiguriert. Auf paradoxe Weise vermittelt diese von den Künstlern aus den Archiven konstruierte Vergangenheit eine Präsenz, die mit der Gegenwart wetteifert und auf heute relevante Themen verweist.

Die im Ausstellungsraum Ludlow 38 und während der Veranstaltungen im Wyoming Building des Goethe Instituts gezeigten Werke eröffnen Sichtweisen, die uns erlauben, die Vergangenheit und auch vergangene Formen von Gemeinschaft neu zu entdecken und gleichzeitig Räume für mögliche Zukunftsszenarien zu entwerfen. Into the Unknown beleuchtet Themen wie soziale Aufbrüche, offizielle Darstellungen alltäglicher Routine in gesellschaftspolitischen Konstellationen, die heute so nicht weiter existieren, die Auflösung politischer Systeme und die Beziehung des Individuums zur Gemeinschaft und dem kollektiven Gedächtnis.

 

Der Ausstellungstitel ist der gleichnamigen Filmarbeit des litauischen Künstlers Deimantas Narkevičius entliehen, die den Alltag in der ehemaligen DDR zeigt. Eingeladen, eine neue Arbeit aus dem Fundus des Archivs der ETV Sammlung für Sozialistische Propagandafilme am Britischen Filminstitut in London zu entwickeln, entschied sich Narkevičius, unterschiedliche Teile des Filmmaterials so zu montieren, dass diese kinematografischen Repräsentationen eines ehemals real existierenden Sozialismus wieder ein existenzielles Gewicht erhalten.

*Image courtesy of the artist. Found footage transferred on HD video and burned on Blu- Raydisc. Into the Unknown was commissioned by the British Film Institute, London, and Hartware MedienKunstVerein, Dortmund; supported by the Henry Moore Foundation and Kunststiftung NRW 

 

Die Arbeit von Mariana Silva, Archive for the Permanence of Image, Functional Model (2008), nimmt Archivmaterial im Super-8mm-Format aus der Zeit der Nelkenrevolution vom 25. April 1974 zum Ausgangspunkt. Silva hat das Filmmaterial zu einer Installation zusammengeführt, in der die Filme auf Moviolas unter verschiedenen thematischen Aspekten zugänglich gemacht werden. Zu sehen sind Bilder einer Arbeiterdemonstration, die den São Bento Palast in Lissabon belagert, ein Sonntag, an dem Freiwillige Denkmäler putzen, sowie separatistische Proteste von Einwohnern der Azoren.

 

Am 1. März 2010, am Abend vor Eröffnung der Ausstellung bei Ludlow 38, findet im Wyoming Building des Goethe-Instituts eine Präsentation der in Dublin lebenden amerikanischen Künstlerin Sarah Pierce statt. Ausgehend von ihrem Interesse an der Form des Gesprächs wird es in diesem Künstlergespräch um die Beziehung zwischen Künstlerin und Publikum gehen. Seit 2003 setzt Pierce den übergeordneten Begriff ‚The Metropolitan Complex’ ein, um ihre künstlerische Arbeit, die Archive, Ausstellungen und Vorträge umfasst, zu beschreiben. Diese Strukturen werden zugleich durch Momente des Persönlichen und Zufälligen immer wieder aufgebrochen.

 

Filmvorführungen im Wyoming Building setzen die Ausstellung an einem weiteren Ort fort.
Dmitry Gutovs Film Lifshitz Institute (2004) reflektiert die wechselhafte Rezeption der Person und der Schriften des marxistischen Philosophen und Kunstkritikers Mikhail Lifshitz (1905–1983) im Verlauf des 20. Jahrhunderts in der Sowjetunion, in Russland sowie im Westen. Darüber hinaus zeigen wir zwei portugiesische Filme: João Dias’ As Operações SAAL (2009) und António Cunha Telles’ Continuar a Viver (1975) porträtieren beide das radikale Experiment partizipativer Architektur im Portugal der 1970er Jahre. Nähere Informationen zu den Filmvorführungen finden Sie unter www.ludlow38.org.

 

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Nächster Termin

Filmvorführung Dmitry Gutov, “Lifshitz Institute”, 2004–2005, 45 min

Goethe-Institut Wyoming Building (5 East 3rd Street, corner Bowery), March 18, 7pm

Introduction: Alfredo Jaar, New York

 

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João Dias ist portugiesischer Filmemacher und Autor von As Operações SAAL, mit dem er 2009 auf dem Festival DocLisboa den MIDAS Preis gewann. Er ist der Regisseur von Dokumentarfilmen und einem kurzem Kinofilm für die Tanzkompanie Clara Andermatt. Derzeit bereitet er einen Dokumentarfilm über Tourismus im Süden von Portugal vor.

 

Zu den jüngsten Ausstellungen Dmitry Gutovs zählen u. a. die Dritte Moskau Biennale für zeitgenössische Kunst; documenta 12, Kassel; Thaw: Russian Art. From Glasnost to the Present, Chelsea Art Museum, New York; 52. Biennale in Venedig sowie Repetition, Canon, Comeback, Deceleration, Stupor, The State Tretyakov Gallery, Moskau. Er lebt und arbeitet in Moskau.

 

Deimantas Narkevičius’ aktuelle Einzelausstellungen umfassen Brandts Kunsthalle, Odense (2010); BFI Southbank Gallery, British Film Institute, London; Kunsthalle Bern; Van Abbemuseum, Eindhoven (alle 2009) und Museo Nacional Centro De Arte Reina Sofia, Madrid (2008). Er lebt und arbeitet in Vilnius.

 

Sarah Pierce ist eine von sechs Künstlerinnen, die eingeladen wurden, neue Arbeiten für die Holländische Plattform If I Can't Dance I Don't Want To Be Part Of Your Revolution zu entwickeln. It's time man. It feels imminent wurde 2008 am ICA in London gezeigt (mit darauf folgenden Präsentationen bei de Appel Amsterdam und FOUR in Dublin); The question would be the answer to the question Are you happy? im Sala Rekalde, Bilbao 2009; An artwork in the third person, Project, Dublin 2009. 2005 vertrat sie Irland auf der 51ten Biennale in Venedig.

 

Mariana Silva war eine der Gewinnerinnen des BES Revelação Preises (Serralves Museum, Porto, 2008) und ist derzeit auf einer Künstlerresidenz im ISCP in Brooklyn, NY. Ihr Artikel The Escape Route’s Design (mit Pedro Neves Marques) wurde im Mai 2009 im e-flux journal veröffentlicht.

 

António Cunha Telles ist ein portugiesischer Filmemacher und Produzent mit einer großen Anzahl an Produktionen seit den frühen 1960er Jahren.

 

Ludlow 38 wird unterstützt von MINI und Friends of Goethe

 

Ludlow 38 European Kunsthalle Cologne Goethe Institut New York

38 Ludlow Street

Between Grand and Hester

New York 10002

USA

 

Tel. +1 212 2228 6848

www.ludlow38.org

info(at)ludlow38.org

 

Subway: J/M/Z und F bis Essex/ Delancey & F bis East Broadway & B/D bis Grand Street

 

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