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European Society

STEPHEN WILLATS

IN AND OUT THE UNDERWORLD 

10. Juli – 6. September 2009

 

 

Stephen Willats' Installation „In And Out The Underworld“ ist angelegt als eine Reise durch die Passage bzw. „Unterwelt“ des Ebertplatzes, als Übergang von einer Realität zur anderen, vom Bewussten ins Unbewusste, von der Möglichkeit eines „Gegenbewusstseins“ in die Normalität der umliegenden Stadt.

Der Ebertplatz, in dessen Siebzigerjahre-Gestaltung Stephen Willats einen „institutionellen Determinismus“ erkennt, ist Drehort und zugleich Ausstellungsort seiner Installation, die Film, Sound und Text umfasst. Wie viele moderne Visionen wurde die gebaute Umgebung des Ebertplatzes durch verschiedene Formen der Nutzung verändert und neu kodiert. In mehreren Schichten überlagern sich auf dem Beton Zeichen und Botschaften eines Gegenbewusstseins der Werte, geschaffen von denen, die sich den Platz auf ihre Weise zueigen machen. Ebenso deutet Willats’ Aufzeichnung weggeworfener Objekte einige dieser verschiedenen Formen der Nutzung an.

Die soziale Dynamik dieses öffentlichen Platzes sieht Stephen Willats insbesondere in der möglichen Begegnung und Interaktion von Menschen begründet. So hat der Künstler eine Gruppe von Menschen, die in der Umgebung des Ebertplatzes leben oder arbeiten, eingeladen,   an einer Aktion am 18. April 2009 teilzunehmen. Hierbei wurde eine Vielfalt von Medien eingesetzt, um mannigfaltige Formen der Erfahrung zu schaffen und aufzuzeichnen. Paarweise – die Grundeinheit einer jeden Gruppe oder Gesellschaft – betreten und verlassen die Teilnehmer/innen den Platz und begegnen dabei in der Mitte der Passage zwei weiteren Personen. Während dieser Aktion verändern sie fortwährend ihre Identität und ihre Beziehung zu den anderen und beeinflussen so die Wahrnehmung und Einschätzung ihrer Person: eine filmische Inszenierung über Außen- und Selbstwahrnehmung, Prozesse der Übertragung, wechselnde Identitäten, Interaktion und öffentlichen Raum.

Geboren 1943 in London, ist Stephen Willats einer der einflussreichsten Vertreter der britischen Kunstszene. Er realisierte zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland, entwickelte seit den frühen 1960er Jahren gemeinschaftsbasierte Projekte und soziale Strategien in der Kunst und ist seit 1965 Herausgeber der Zeitschrift „Control Magazine“.

 

Kuratiert von Astrid Wege

 

Unser Dank gilt allen, die zu der Aktion am 18. April 2009 beigetragen haben. 

Wir danken für die Unterstützung durch:

Portico Plot Service, "Der Rahmenladen"

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